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Alt 09.01.2016, 01:17
ndhkig ndhkig ist offline
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Standard Wie eine Lady mit Lockenwicklern meinen Abend im Samya rettete

Ein misslungener Start

Eigentlich neige ich nicht zu schlechter Laune. Aber wie sagt der Volksmund doch so treffend: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Angefangen hatte es ja noch vielversprechend. Sie stellte sich als Emmanuelle vor, sprach hervorragendes Deutsch mit französischem Akzent. Gut zwanzig Minuten unterhielten wir uns über dies und das, soweit das bei der lauten Musik möglich war. Eine gutaussehende MILF mit blonder Löwenmähne, gebildet, lebenserfahren und verrucht wirkend. Aus der Masse des weiblichen Jungvolks hob sie sich deutlich hervor. Und mit Französinnen hatte ich bisher durchweg angenehme Erlebnisse. So fragte ich schließlich mit nicht unerheblicher Vorfreude nach einer Rückzugsmöglichkeit in den ruhigeren Bereich des Clubs.

Auf dem Zimmer war der Strip, den sie am Anfang hinlegte, noch das Beste. Dann jedoch fackelte sie ein ziemlich lückenloses Feuerwerk der Abtörner ab. Zaghftes, initiativeloses Küssen mit nur angedeutetem Zungeneinsatz, lasches, höchstens die oberen fünf Zentimeter erfassendes und immer wieder nach wenigen Sekunden unterbrochenes Blasen, künstliche Geräusche des Wohlgefallens und klischeehafte Dirtytalkversuche, schmerzhafter Handeinsatz beim Wichsen, es war ein Trauerspiel. Jede Bemühung, mal über längere Zeit eine Erektion zu halten, wurde im Keim erstickt. Schließlich mutmaßte sie über die Gründe, warum es nicht so richtig klappt, und fand die Lösung, dass ich wohl zu viel Kaffee trinke und dampfe (!). Resigniert ließ ich sie in diesem Glauben und brach das Zimmer ohne Abschuss ab. 50 EUR, kein Tip.

Schade, im Gespräch hatte sie recht sympathisch gewirkt, und irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass sie sich auf ihre Weise Mühe gab. Zwei ältere Berichte zu ihr sind positiv, wie ich nachträglich recherchiert habe. Aber da gibt es ja in Kölle dieses Sprichwort: Jede Jeck is anders. Bei mir hat es einfach nicht gepasst.


Ein maues Intermezzo

So war ich also an meine schlechte Laune gekommen. Ich verkrümelte mich auf ein Sofa im hinteren Bereich des Thekenraumes. Trotzig trank ich Kaffee und dampfte, um meine Manneskraft vollends zugrunde zu richten. Selbst mein köstliches, neu gemischtes Liquid, dem ich wegen seiner ins Bläuliche spielenden Färbung den Namen "Heisenberg's Rache" gegeben habe, konnte meine Stimmung nicht wesentlich heben.


Eine überschminkte Blondine ließ sich neben mich plumpsen. Ohne ein einziges einleitendes Wort fragte sie: "Zimmer?" Und, ohne eine Antwort abzuwarten: "Willst du Trio mit Freundin?" Wie meine Antwort lautete, als ich dann zu Wort kam, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Meine Laune hob auch dieser gekonnte Anbahnungsversuch nicht sehr.

Lange Laberei schien mir hier allerdings auch allgemein nicht Usus zu sein, beobachtete ich. Wie auch, bei der Musiklautstärke. Meist setzte sich ein Gast neben eine der Damen, wartete, bis diese aufgeraucht hatte, und dann erhoben sich beide, um ein Zimmer aufzusuchen. Die andere Variante, vermutlich Stammgästen vorbehalten, war das mehr oder weniger wortlose Zusammensitzen gemischtgeschlechtlicher Paare, wobei ich am ganzen Abend keinen einzigen öffentlich ausgetauschten Zungenkuss gesehen habe. Das Bussi auf die Wange war schon die exzessivste Form der public action.

Scheiße, erst mal was essen. Kohldampf hatte ich nämlich auch. Ich fräste mich durch das Buffett. Alle Speisen, von denen ich jeweils ein kleines Portiönchen probierte, waren schmackhaft, von den knackigen Rohkostsalaten über die Hackfleischklößchen in Tomatensauce bis hin zu dem pikant gewürzten Safranreis. Immerhin. Aber ich war ja nicht hauptsächlich zum Essen hier.

Auf dem Tanzpodest wurden einige Vorführungen geboten, auch von einem Sänger und einer CDL, die über eine überraschend gute Intonation verfügte. Immerhin. Aber eigentlich war ich auch nicht hauptsächlich zum Musikhören hier.

Eine auffällig dürre Lady nahm neben mir Platz. "Ich mach gerade Pause", schützte ich vor. In Wirklichkeit hatte ich mit dem Samyaabend, auf den ich mich eigentlich gefreut hatte (ich war schon lange nicht mehr hier gewesen), innerlich bereits abgeschlossen. So trottete ich nach einem weiteren Kaffee Richtung Umkleide.


"Untersteh' dich!", hörte ich eine vertraute Stimme dicht neben meinem linken Ohr.

"Losfee?", fragte ich verwirrt.

"Wer denn sonst? Für den Osterhasen dürfte es noch ein bisschen früh sein, oder?"

"Wo bist du? Ich seh' dich gar nicht..."

"Ich hab' mich natürlich unsichtbar gemacht, du Pfeife", zischte sie. "Um die Zeit trage ich schon meine Lockenwickler."

"Lockenwickler?", kicherte ich. "Etwa auch eine Gurkenmaske?"

"Werd' nicht albern. Ich mach' mich doch nicht lächerlich."
Dann kam sie auf den Grund ihres unerwarteten Erscheinens zurück. "Du haust hier nicht eher ab, bis du einen vernünftigen Fick hingekriegt hast. Schließlich hab' ich dich zum Berichten hergeschickt. Und ohne Ficken kein Fickbericht. Soweit alles klar?"

"Äh...", setzte ich an.

"Komm mir jetzt bloß nicht mit irgendwelchen Befindlichkeiten." Ihre Stimme klang mühsam beherrscht. Die Luft neben mir wurde heißer und begann grünlich zu glühen.

"Ist ja schon gut", beeilte ich mich zu sagen, und ergänzte lahm: "Sicher hast du wie immer Recht..."

"Das ist die richtige Einstellung, mein Junge!", lobte sie mich ausnahmsweise. "Ich wünsch' dir noch einen schönen Abend!"

Kurz bevor sie teleportierte, ließ sie für einen Sekundenbruchteil den Unsichtbarkeitsschirm erlöschen. Grimmig lächelnd winkte sie mir mit dem Zauberstab zu und verschwand. Die Luft klatschte vernehmlich in das zurückbleibende Vakuum.


"Ey Alder, wer war denn die dicke Ische mit den Gurken im Gesicht?", sprach mich ein anderer Gast an. "Die hatte ja echt scharfe Flügel. Ist die jetzt frei?"

"Nee, hat gerade Feierabend gemacht. Ist besser so für dich, glaub' mir", antwortete ich. Dann wandte ich mich meiner schweren Aufgabe zu.


Und nun zu etwas völlig Andarem

Durch den Laden tapernd suchte ich nach einem Lichtblick. So richtig konnte mich keine der etwa dreißig anwesenden Damen begeistern. An allen hatte ich etwas zu mäkeln. Zu dünn, zu dick, zu ernst, zu albern, oder aber der Arsch war nix. Ich versuchte mein Glück oben im Kino, wo gähnende Leere herrschte. Auf Leinwand und Flatscreens vögelten unsympathische Typen gelangweilte Tussis. Also trottete ich frustriert wieder nach unten.


Als ich eine erneute Runde durch den Thekenraum drehte, kam mir auf einmal ein bekanntes Gesicht entgegen. Auch sie erkannte mich, obwohl wir uns zuletzt vor etwa zwei Jahren gesehen – und beide seitdem so einige Kilos verloren – hatten.

Andar stand vor mir, die Ex-Panthera-Andrea! Ulknudel, Poweranimateuse und sichere Bank zu Zeiten von Bob.

Die Freude auf beiden Seiten war groß. Wir hatten damals ein paar gute Zimmer, und auch ansonsten immer wieder viel Spaß miteinander in Form von Jux und Dollerei. Meine Stimmungskurve stieg schlagartig an.

Die sich selbstverständlich anschließende Nummer entschädigte mich für alles, was bisher an dem Abend schiefgelaufen war. Erwähnenswert nicht zuletzt Andars mittlerweile perfektionierte Deepthroat-Technik, die sie immer und immer wieder zelebrierte, als sie merkte, wieviel Spaß ich daran hatte. Mit innigen Küssen geizte sie ebenfalls nicht, und das abschließende Poppen war geil, engmuschig und variantenreich wie eh und je. Gemütliches Nachkuscheln und ein bisschen Quasseln über alte und neuere Zeiten rundeten die gelungene Stunde ab. 75 EUR plus Tip für eine Frau, die ihr Herz am rechten Fleck hat.

Überflüssig zu erwähnen, dass meine Standfestigkeit bei Andar keinerlei Anlass zur Klage gab. Offenbar hatte ich vor dem Zimmer mit Emmanuelle nicht zuviel, sondern zu wenig gedampft und Kaffee getrunken. Beruhigend zu wissen.

Merkwürdigerweise kam mir nach Andar auch alles andere anders vor. Die Musik war nicht mehr so dröhnend, die Frauen attraktiver, die Atmosphäre lockerer. Ich flirtete noch ein bisschen herum, trank einen weiteren Kaffee und überlegte ernsthaft, ob ich nochmal ficken sollte. Als mir der Barkeeper allerdings auf meine Frage hin mitteilte, dass es bereits kurz vor zwei war, beschloss ich, doch allmählich die Biege zu machen. Schließlich war mein Gewissen gegenüber der Losfee rein.

Beim Umziehen fiel mein Blick in den nahe der Umkleide gelegenen Wellnessbereich, wo sich einige Ladies gemeinsam der feierabendlichen Körperhygiene widmeten. Doch, doch, da waren durchaus ein paar schnuckelige dabei. Muß demnächst mal wieder hin...

Geändert von ndhkig (09.01.2016 um 01:36 Uhr)
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