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Alt 20.05.2018, 15:33
Glasperlenspiel Glasperlenspiel ist offline
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Wir haben ja nun in der letzten Zeit verschiedentlich solche Sachen besprochen (Schwarze, Filipinas, Thais, Latinas usw.). Deshalb lohnt es sich vielleicht einmal etwas dazu zusammenfassend zu schreiben.

Also: Eine generelle Arbeitserlaubnis in Deutschland haben Bundesbürger/innen und EU-Bürger/innen (im Rahmen der Niederlassungsfreiheit).

Wenn sie sich nach dem ProstSchG registrieren liessen, können sie im P6 ohne Probleme arbeiten (Ausnahmen Schwangerschaft u.ä.)

Ganz anders ist es bei Dritt-Staaten-Angehörigen.

Für die gilt das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltG), insbesondere der §21 (Selbständige Tätigkeit):

Zitat:
§ 21 Selbständige Tätigkeit
Zitat:
(1) Einem Ausländer kann eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit erteilt werden, wenn

1. ein wirtschaftliches Interesse oder ein regionales Bedürfnis besteht,
2. die Tätigkeit positive Auswirkungen auf die Wirtschaft erwarten lässt und
3. diie Finanzierung der Umsetzung durch Eigenkapital oder durch eine Kreditzusage gesichert ist.

....


(4) Die Aufenthaltserlaubnis wird auf längstens drei Jahre befristet. Nach drei Jahren kann abweichend von § 9 Abs. 2 eine Niederlassungserlaubnis erteilt werden, wenn der Ausländer die geplante Tätigkeit erfolgreich verwirklicht hat und der Lebensunterhalt des Ausländers und seiner mit ihm in familiärer Gemeinschaft lebenden Angehörigen, denen er Unterhalt zu leisten hat, durch ausreichende Einkünfte gesichert ist.

...

(6) Einem Ausländer, dem eine Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Zweck erteilt wird oder erteilt worden ist, kann unter Beibehaltung dieses Aufenthaltszwecks die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit erlaubt werden, wenn die nach sonstigen Vorschriften erforderlichen Erlaubnisse erteilt wurden oder ihre Erteilung zugesagt ist.
Der §21 (Abs1) regelt damit die Möglichkeit, nach Deutschland einzureisen, um eine bestimmt selbständige Tätigkeit aufzunehmen. Auch wenn wir alle das befürworten würden, spricht doch maches dafür, dass eine Frau, die hier als Prostituierte arbeiten möchte, keine Aufenthaltserlaubnis und damit Arbeitserlaubnis erhält.

Damit bleibt für Drittstaatenangehörige eigentlich nur noch der Abs. 6, d.h. der Fakt, dass sie einen anderweitigen eigenen Aufenthaltstitel haben (z.B. weil sie mit ihrer Familie hierher gekommen sind) und nun im Rahmen dieses Aufenthaltstitels eine selbständige Tätigkeit als Dirne aufnehmen (nach der Registrierung).

Aufenthaltstitel gibt es jetzt 2 (siehe oben Abs 4):

(1) die (befristite) Aufenthaltserlaubnis und
(2) die (unbefristete) Niederlassungserlaubnis.

Bei (1) muss man sich meist noch eine Arbeitserlaubnis speziell besorgen, bei (2) ist das unbegrenzt möglich.

Früher reisten die Frauen mit Besucher- oder Touristenvisen ein und schafften dann hier in Clubs und Bordellen an. Möglich wurde das durch den sog. Vollmer-Erlass (L. Vollmer war Staatssekretär bei Joschka Fischer) mit dem Slogan: "Im Zweifel für die Reisefreiheit."

Doch das ist lange vorbei. Schengen-Visa werden heute viel restriktiver vergeben. Und außerdem hat man damit keine Arbeitserlaubnis, kann sich nicht als Hure registrieren lassen und steht voll illegal auf dem Strich.

Für die Paysex-Branche generell bedeutet das also, dass man bei Frauen aus Drittstaaten nur dann einigermaßen sicher sein kann, wenn sehr vieles dafür spricht, dass sie schon sehr lange in Deutschland sind.

Alle anderen Argumentationen (anderes EU-Land, spezielle Erlaubnis usw.) sind sehr unwahrscheinlich, weil die EU-Regeln (ähnlich § 21) zumindest in allen Schengen-Staaten übereinstimmen werden.

Mit besonders vielen neuen Ukrainerinnen, Russinnen, Thais, Südamerikanerinnen usw. ist also kaum zu rechnen.
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Geändert von Glasperlenspiel (20.05.2018 um 16:35 Uhr)
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